Saisonauftakt 24h Dubai 2021 unter Corona-Bedingungen

Inzwischen traditionell beginnt die Rennsportsaison im Januar mit den Hankook 24h Dubai. Die 24h Series, auch bekannt als Creventic, lädt zum ersten Langstreckenrennen des Jahres vom 15. bis 16. Januar in den Wüstenstaat, und auch 2021 reist ein großes Aufgebot an Teams mit prominenten Fahrern in das Emirat. GT3 und GT4 Fahrzeuge verschiedener Hersteller, sowie ein Feld aus TCR-Rennwagen und anderen Boliden messen zwei Mal rund um die Uhr ihre Kräfte. AVIA Sorg Rennsport gelang 2019 und 2020 nach langem Kamp der Titel „Champion of the Continents“ in der Serie und startet mit zwei BMW M4 GT4 zur Mission Titelverteidigung. Nachdem ungewohnt starke Regengüsse im vergangenen Jahr die Strecke überfluteten und das Rennen in der Nacht beendet wurde, blicken die Teamchefs Daniel und Benjamin Sorg zuversichtlich auf das kommende Wochenende. Doch auch 2021 gibt es schon jetzt besondere Umstände. AVIA sprach mit den Brüdern aus Wuppertal über die Planung und Ziele und erfuhr, wie es für ein Rennteam ist, unter Corona-Bedingungen zu reisen.


AVIA: Daniel und Benjamin, von Wuppertal nach Dubai ist nicht gerade ein Katzensprung. Wie bereitet sich das Team auf einen solchen Einsatz vor? Wann beginnen die Planungen, welche logistischen Herausforderungen ergeben sich hierbei?

Benjamin Sorg: Die Planungen für Dubai beginnen meist im Oktober, spätestens im November sollten wir dann auch unsere Fahrerbesatzungen zusammen haben. Die Anmeldungen zum Zoll müssen vorbereitet werden, denn im Dezember wurden dann die beiden BMW M4 GT4 sowie die nötige Ausrüstung im Container verladen und machten sich via Frachtschiff auf die Reise in die Wüste, das ist auch immer viel Papierkram. Wir müssen natürlich auch rechtzeitig unsere Flüge für die Teammitglieder sowie die Hotelzimmer reservieren. Durch Corona sind noch einige weitere Aufgaben hinzugekommen. 

AVIA: Auch für das Jahr 2021 wird die COVID-19 Pandemie die Welt und das Motorsportgeschehen noch im Griff haben. Welche Besonderheiten gelten für die Einreise nach Dubai und der Teilnahme am 24h Rennen?

Benjamin Sorg: Auch wenn wir mit zwei Autos starten haben wir zuerst beschlossen, dass nur Daniel fliegt und ich zuhause bleibe, um dadurch nur das nötigste an Personal vor Ort zu haben. Während wir in den letzten Jahren mit etwa 20 Leuten reisten, sind es dieses Jahr nur insgesamt 10 Personen.

Daniel Sorg: Ich – und das gesamte Team - mussten vor dem Flug einen PCR-Test machen der nicht älter als vier Tage sein durfte, dieser wurde bei der Einreise auch kontrolliert, ebenso ob meine Körpertemperatur nicht erhöht war. Auch am Hoteleingang wird nochmals Fieber gemessen und es gibt strenge Hygienevorgaben die strikt eingehalten werden. Weiterhin sind keine Zuschauer an der Rennstrecke zugelassen und das Personenkontingent im Fahrerlager ist deutlich kleiner als in den Vorjahren, die Temperatur wir ebenfalls bei jedem Zutritt gemessen. Masken, Abstand und regelmäßige Hygiene sind selbstverständlich für uns alle im Team. Wir haben ja berechtigtes Interesse, dass alle Mitglieder gesund bleiben. Hier danken wir allen die mit uns reisten, dass sich jeder auch im Vorlauf an Kontaktbeschränkungen hielt, um den Einsatz nicht zu gefährden.

AVIA: Mission Titelverteidigung in der 24h Series, mit welchem Fahreraufgebot startet AVIA Sorg Rennsport? Was führte zur Entscheidung dieses Jahr gleich zwei Autos antreten zu lassen?

Benjamin Sorg: Im AVIA racing BMW M4 GT4, der die Startnummer #452 trägt, haben wir ein Quartett aus Portugiesen am Steuer. Neben José Pires, Paulo Macedo, Luis Calheiros und JJ Magalhaes ist auch Matt Brookes aus Großbritannien dabei. Der M4 mit der #451 wird von den Franzosen Gilles Vannelet und Gilles Lallement, Rodrigo Almeida aus Mozambique, Vincent Piemonte aus den USA und dem Dänen Thomas Sorensen pilotiert. Hier kooperieren wir mit dem 3Y Technology Racing Team und betreuen das Auto. Diese Zusammenarbeit führte auch dazu, dass wir mit zwei BMW M4 genannt haben. Wir sind sicher, dass es uns gelingt beide Autos ins Ziel zu bringen und auch auf Podest Plätze. 

Daniel: Mit mehr als 50 genannten Autos wird es eng auf der Strecke, da ist umsichtiges Fahren sicherlich der Schlüssel zum Erfolg, das haben wir unseren Fahrern auch kommuniziert. Wenn sie allen Scharmützeln aus dem Weg gehen und die Zielflagge sehen wird dies sicherlich mit guten Platzierungen belohnt werden. Dafür müssen alle aber den Marathon überstehen.

AVIA: Denkt man an Dubai fallen einem die extremen Temperaturen ein. Wie ist das im Rennen, das um 15:00 Uhr bei Wüstenhitze startet. Wie stark sind die Unterschiede in der Nacht und was bedeutet das für die Teamtaktik, das Material und die Piloten?

Daniel Sorg: Aktuell ist es nicht so extrem mit den Unterschieden. Wir haben am Tag angenehme 26°C und in der Nacht sind es etwa 15°C, somit hat dies keinen allzu großen Einfluss auf die Autos. Der Asphalt hält die Temperatur auch recht gut, daher müssen sich die Fahrer erst in den letzten Nachtstunden Gedanken um die Reifentemperaturen machen. Doch das haben wir gut im Blick und ist kein Problem. 

AVIA: Der Rennabbruch 2020 wegen dem Starkregen folgte für das Team in einem ungünstigen Moment, ihr kamt in der Safety-Car Phase gerade vom Fahrerwechsel aus der Box und Stephan Epp reihte sich auf Rang Vier im Feld ein als die Rote Flagge gezückt wurde. Wie sind die Wetteraussichten für das kommende Wochenende?

Daniel Sorg: Die Vorhersage ist, dass es trocken bleibt. Dieser Sturzregen 2020 bei dem das Wasser bis zu den Knöcheln in der Boxengasse und auf der Strecke stand ist extrem selten. Wie ich hörte gibt es kaum Regentage in Dubai, die kann man an einer Hand abzählen. Daher kam wohl in dieser Nacht der gesamte Niederschlag für die restlichen 364 Tage mit herunter und sämtliche Drainagen waren überfordert mit diesen Wassermassen. Dass wir beim Abbruch auf dem vierten Platz aus der Box kamen und Stephan Epp dadurch nur wenige Runden hinter dem Safety-Car am Steuer, war lief leider nicht gut für uns. Bei den restlichen Rennen der Saison konnten wir aber genügend Siege erzielen um dann doch als Champion of the Continents am Ende abzuschließen.

AVIA: Wir wünschen der Mannschaft von AVIA Sorg Rennsport eine gute Anreise und viel Erfolg. Erzählt einmal über unsere Pläne 2021!

Benjamin Sorg: Neben den Rennen der 24h-Series sind wir natürlich auch wieder bei der Nürburgring Langstrecken-Serie am Start, hier steht der AVIA racing BMW 330i bereits fest. Natürlich auch beim Jahreshöhepunkt, dem ADAC TOTAL 24h Rennen auf dem Nürburgring im Juni. Mit wieviel Autos AVIA Sorg Rennsport teilnimmt ist noch offen, hier sind wir in Verhandlungen. Angedacht ist auch, wie bereits 2020 die Teilnahme bei der ADAC GT4 Germany, doch auch hier läuft noch die Planung. 

Daniel Sorg: Der Januar ist immer der Monat der Verhandlungen und es werden die Weichen für das Jahr gestellt, daher können wir noch nicht mehr konkret verraten. Fest sind die Einsätze in der NLS. Wir sind uns jedoch sicher, dass wir wieder tolle Besatzungen in unseren Rennwagen haben werden und um Podien und Siege kämpfen werden.

Das Hankook 24h Dubai kann am Livestream unter 24h-Series.com oder bei YouTube https://www.youtube.com/user/24HSeries verfolgt werden. Die 24h-Series Homepage bietet auch ein Livetiming sowie weitere Informationen rund um das Rennen und die Serie an. 

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News: 24H Nürburg & VLN
Deutsche AVIA Mineralöl-GmbH