Neue Gesichter, neuer Schwung, gewohnter Erfolg: Nach dem personellen Umbruch zum Jahreswechsel hätte man dem AVIA racing team p/b M. Schulte Söhne eine Phase des Ankommens zugestehen können. Doch das Gegenteil war der Fall – der frische Wind hat das Team nicht gebremst, sondern beflügelt.

Die Männer: Siege, Podien und ein Sondertrikot

Den Auftakt machte gleich ein Paukenschlag: Beim Großen Osterpreis in Ahrweiler ließ sich Neuzugang Tim Hilbert aus Köln auch von der nervösen Hektik der letzten Runden nicht beirren und gewann in seinem ersten Rennen im AVIA-Trikot souverän den Feldsprint des Pelotons. Ein Einstand nach Maß.

Nur wenig später folgte das erste Podium des Jahres – und was für eines: Beim stark besetzten Eliterennen in Krefeld-Fischeln wagte Tobias Lechtenböhmer, ebenfalls neu im Team, direkt zu Rennbeginn den Sprung in die Spitzengruppe. Ein mutiger Move, der sich auszahlen sollte: Während hinter ihm das Feld vergeblich jagte, hielt Tobias dem Druck über die gesamte Distanz stand und fuhr mit Platz 3 das erste Podium des Jahres ein.

Der erste Saisonsieg ließ dann nicht lange auf sich warten. Beim traditionsreichen Radsportmonument am 1. Mai im rheinland-pfälzischen Offenbach bewies Stefan Nervenstärke und setzte sich aus der Spitzengruppe heraus durch – während Florian im Feldsprint dahinter auf Platz 9 sprintete und den Teamerfolg perfekt machte. Dass Stefan in Topform ist, unterstrich er kurz darauf beim Kriterium in Dautphe: Mit überragenden Punktesprints ließ er der Konkurrenz keine Chance und stand erneut ganz oben auf dem Podest.

Auch als Kollektiv überzeugte das Team: Beim Doppelwochenende in Köln-Longerich griffen die Rädchen perfekt ineinander. Tim (Platz 6) und Florian (Platz 10) belohnten die starke Mannschaftsleistung im Punkterennen, ehe Florian im Rundstreckenrennen erneut in die Top 10 fuhr. Dass ihn auch widrigste Bedingungen nicht aufhalten, zeigte Florian beim Klassiker in Eschborn: Bei sintflutartigem Regen, der das Rennen zur Materialschlacht und Nervenprobe machte, kämpfte er sich auf einen starken 9. Platz.

Ein echtes Highlight war der Kopfsteinpflasterklassiker in Aachen rund um Dom und Rathaus – 80 Kilometer über rüttelndes Pavé, das Fahrer und Material an die Grenze bringt. Julius Molinski hatte den richtigen Riecher, setzte sich in der Spitzengruppe ab und fuhr auf einen großartigen 3. Platz. Im parallel ausgetragenen Eliterennen komplettierte Raphael Wronka mit Rang 9 das starke Teamergebnis. In Gelsenkirchen legte Tim mit Platz 9 nach – und Raphael sorgte für das Ausrufezeichen des Tages: Als Fahrer der schnellsten Runde wurde er mit einem Sondertrikot belohnt.

Die Frauen: Geschlossen stark – und aufs Podium gefahren

Auch das Frauenteam startete beeindruckend in die Saison. In Merken zeigte sich früh, wie hart umkämpft das Jahr werden würde: Nach wenigen Runden löste sich eine Solistin, dahinter formierte sich eine vierköpfige Verfolgergruppe. Emma und Anne stimmten sich perfekt ab, gestalteten das Rennen aktiv mit – und Emma überquerte als Erste der Verfolgerinnen die Ziellinie: Platz 18 in einem hochklassigen Feld, untermauert von einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Der gemeinsame Ausklang bei Kaffee und Kuchen war der verdiente Lohn.

Beim Großen Osterpreis in Bad Neuenahr-Ahrweiler warteten 35 Runden und 42 Kilometer im Renntempo. Von der ersten Kurbelumdrehung an wurde attackiert, an der Spitze setzte sich eine starke Führungsgruppe ab. Doch Anne Bauer und Kimberly Raeder ließen sich davon nicht entmutigen: Mit viel Einsatz und taktischem Geschick kämpften sie sich in der Verfolgergruppe nach vorne und wurden mit den Plätzen 9 und 10 belohnt.

In Trier wurde es dann richtig sommerlich: Beste Stimmung an der Strecke, zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer – und ein Kurs, der mit seinen vielen Höhenmetern alles abverlangte. Genau diese Herausforderung machte das Rennen zu einem der Highlights des Frühjahrs. Im gemeinsamen Rennen mit Jedermännern und Jederfrauen sammelte das Team wertvolle Erfahrungen – und Kimberly krönte den Tag mit einem verdienten 2. Platz.

Ein besonderes Kapitel schrieb das Team schließlich bei den Zillertaler Bergmeisterschaften: Im Massenstart bergauf, wo sich niemand verstecken kann, kletterte Julius auf Rang 2 – und Amelie Thomas ließ die gesamte Konkurrenz hinter sich und kürte sich zur Bergmeisterin.

Starke Partner im Rücken

Erfolge wie diese sind immer auch Teamleistungen über die Startlinie hinaus. Ein großer Dank gilt der Firma M. Schulte und Söhne, die dem Team die Rennräder von Thompson zur Verfügung stellt – zuverlässiges Material, auf das sich unsere Fahrerinnen und Fahrer in jeder Rennsituation verlassen können. Stolz ist das Team auch auf die Unterstützung von Alpecin: Mit den Trinkflaschen unseres Partners bleibt die Versorgung auch in den härtesten Rennphasen gesichert.

Die sportliche Leitung ist zufrieden – und blickt voraus

Was mich am meisten freut, ist nicht die Zahl der Podien, sondern wie sie zustande gekommen sind", resümiert Marius Samson, Sportlicher Leiter der Männer. „Ob in Offenbach, Longerich oder Aachen – die Jungs fahren füreinander. Unsere Neuzugänge haben sich nahtlos eingefügt, und genau dieser Teamgeist macht uns in dieser Saison so stark."

Auch Kim Willmes, Sportliche Leiterin der Frauen, zieht ein positives Zwischenfazit: „Die Ergebnisse sind toll, aber entscheidend ist, wie geschlossen wir auftreten. In Merken und Ahrweiler haben die Mädels gezeigt, dass wir taktisch als Einheit funktionieren – und Kimberlys Podium in Trier und Amelies Bergmeistertitel sind der verdiente Lohn dafür."

Jetzt wartet das Highlight: Rad am Ring

Mit diesem Rückenwind richtet sich der Blick nun auf das Saisonhighlight: Rad am Ring auf der legendären Nürburgring-Nordschleife. 24 Stunden, unzählige Höhenmeter, die „Grüne Hölle" – kaum ein Rennen fordert Körper, Kopf und Teamgeist mehr. Das Ziel ist klar formuliert: Sowohl die Männer als auch die Frauen wollen wieder auf das Podium. Die Form stimmt, der Zusammenhalt stimmt – jetzt fehlt nur noch der Ring.