Wenn sich die Nürburgring-Nordschleife einmal im Jahr in ein Mekka für Radsportbegeisterte verwandelt, ist das für das AVIA racing team weit mehr als ein Renntermin im Kalender. Rad am Ring ist Saisonhighlight, Nervenprobe und Familientreffen zugleich – und 2026 auch der bislang erfolgreichste Auftritt des Teams am Ring: Der Frauen-Achter holte sich den Sieg zurück, die beiden Männer-Achter machten das Podium komplett. Dazu stellten sich die AVIA Allstars im Vierer der Hohen Acht.

Der Frauen-Achter holt sich die Krone zurück

Zwei Runden Vorsprung. Mehr muss man über dieses Rennen eigentlich nicht sagen – und doch erzählt die Zahl nur die halbe Geschichte. Nach Platz zwei im Vorjahr war die Rechnung offen, und die Fahrerinnen ließen von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie zurück an die Spitze wollten. Dass unterwegs eine Fahrerin ausfiel und ein Defekt die Rotation durcheinander wirbelte, hätte manches Team aus dem Rhythmus gebracht. Bei AVIA rückte die Mannschaft enger zusammen, verteilte die Runden neu und fuhr souverän weiter. Am Ende stand ein Sieg, der genau deshalb so viel wert ist. Für die sportliche Leiterin Kim Willmes, die in diesem Jahr nicht selbst in die Pedale treten konnte, war das ein besonderer Moment: Ihr Dank gilt allen Fahrerinnen für die starke Vorstellung – und ausdrücklich den Gastfahrerinnen, die das Team so selbstverständlich verstärkt haben.

Männer-Achter: Platz zwei und drei nach langer Nacht

Auch die Männer lieferten. Mit einer Doppelspitze wollten die beiden AVIA-Achter die favorisierten Ledschends von der ersten Runde an unter Druck setzen. Gegen die geballte Erfahrung zahlreicher ehemaliger und noch aktiver Profis war das Tempo auf Dauer allerdings nicht zu halten – auch die Nacht brachte keine entscheidende Wende. Und die Nacht hatte es in sich: Ein Defekt brachte die eingespielte Routine bei Team AVIA I kurz ins Wanken. Doch in der Box wurde schnell und ruhig reagiert, die Nachführarbeit saß, das Rennen lief weiter. Beide Teams brachten ihre Podiumsplätze sicher ins Ziel – Rang zwei und Rang drei mit 34 Runden.

Marius Samson, Sportlicher Leiter des AVIA racing teams, zieht zufrieden Bilanz:

„Gerade im Jahr des personellen Wandels im Team ist die Entwicklung besonders erfreulich! Wir sehen, wie erfahrene Fahrer und neue Fahrer zunehmend zu einer Einheit zusammenwachsen. Das hilft auch bei den kommenden Rennen, die noch auf uns warten! Ich bedanke mich auch noch einmal besonders bei den Gastfahrern, die unsere Teams so gut ergänzt und unterstützt haben."

23-mal über die Hohe Acht

Der Vierer der AVIA Allstars ging die Sache anders an – nämlich mit halber Mannschaft und doppelter Rundenlast. 23-mal ging es über die Hohe Acht, jene Rampe, an der die Nordschleife jedem Fahrer Runde für Runde die Ehrlichkeit abverlangt. Vor allem nachts, wenn die Wechsel enger Takten und die Beine schwerer werden. Platz 69 in der Altersklasse steht in der Ergebnisliste – im Team steht vor allem der Stolz auf ein gemeinsam durchgezogenes Wochenende.

Was am Ring bleibt

Zwischen Fahrerlager, Box und Streckenrand entsteht bei Rad am Ring jedes Jahr etwas, das keine Ergebnisliste abbildet: das Anfeuern in der Dunkelheit, der Kaffee um vier Uhr morgens, der Applaus für jeden, der aus der Boxengasse rollt. Genau das macht den Spirit auf der Nordschleife aus – Leidenschaft für den Radsport, sportlicher Ehrgeiz und ein Teamgeist, der auch nach 24 Stunden noch trägt. Ein großer Dank gilt allen, die unterstützt, angefeuert, massiert und mitgefiebert haben. Besonders unseren Partnern und Sponsoren. Vielen Dank! Ohne Euch wären solche Erlebnisse und Erfolge nicht möglich.

Eines ist jetzt schon sicher: 2027 stehen wir wieder am Ring. Die Nordschleife wartet – und wir kommen wieder.