Wie der Vater, so die Tochter – Skisprungnachwuchs Lia Böhme

Lebe deinen Traum! Im oft zitierten Lebensmotto liegen nicht selten Tücken bei der praktischen Umsetzung. Nicht so bei Lia Böhme. Die 14 Jahre alte Schülerin des Sportgymnasiums in Klingenthal erlebt gerade einen Höhenflug in ihrer noch frühen Lebensphase. Sie springt von Schanzen und fliegt mutig durch die Lüfte. „Das macht mir einfach riesigen Spaß. Mein Rekord liegt jetzt bei 93 Metern. Aber eigentlich will ich immer noch weiter fliegen“, sprudelt es aus Lia heraus.


Spätestens seit der olympische Traum für skispringende Damen 2014 in Sotschi in Erfüllung ging, befindet sich die Sportart im Aufwind. Glaubt man Beobachtern der Szene, holen die Mädchen momentan im Zulauf stark im Vergleich zu den Jungs auf. An Idolen mangelt es hierzulande jedenfalls nicht. Carina Vogt wurde in Russland Premieren-Olympiasiegerin, Katharina Althaus im Vorjahr in Seefeld Vizeweltmeisterin. Ganz klar, dass Lia Böhme beide Springerinnen aufzählt, wenn es um ihre Vorbilder geht: „Und Richard Freitag finde ich auch cool“, sagt die begeisterte Weitenjägerin.

Dass sich die junge Sächsin mit Leib und Seele der Weitenjagd verschrieben hat, hat nicht zuletzt etwas mit ihrem Papa zu tun. Oliver Böhme versuchte sich als Kind ebenso in Klingenthal als Skispringer. Mit zwölf Jahren allerdings setzte ihm das Heimweh zu, so dass der Traum platzte. Vorerst zumindest. Denn längst hat der gelernte Kommunikationstechniker eine zweite Karriere gestartet: als Hobbyspringer. Inzwischen darf sich der 42-Jährige als Senioren-Weltmeister bezeichnen. Er startet als Vorspringer bei der Vierschanzentournee oder auch beim Skiflug-Weltcup in Oberstdorf, wo er mit 150 Metern einen Familienrekord aufgestellt hat.

Kein Wunder also, dass Olli Böhme der größte Fan und Förderer seiner Tochter und mächtig stolz auf Lia ist. Zu Beginn der Karriere hat er sie trainiert und ihr so über manches Hindernis geholfen. In ihrer Heimat im Osterzgebirge gab es nur noch im Winter sprungfähige Schanzen, so dass Lias Weg über den SV Zschopau vor zwei Jahren an den Trainingsstützpunkt ins Vogtland führte. In Klingenthal übt sie jetzt unter den Fittichen von Coach Marcel Höhlig, dem einstigen Team-Olympiazweiten in der Nordischen Kombination.

Der Weg nach oben ist lang. Eine finanzielle Herausforderung ergibt sich aus dem hohen Materialaufwand im Schanzensport. Ein professionelles Equipment gehört zum Skispringen dazu wie der Telemark bei der Landung. Helm (100 Euro), Brille (100), Anzug (400), Sprungstiefel (400), Bindung (400) und Ski (500) – so kommen schnell 2000 Euro zusammen. Im Wachstumsalter leert sich entsprechend schnell das Portemonnaie der Eltern. Deshalb schätzt sich Lia glücklich, in dieser frühen Phase ihrer Laufbahn mit AVIA bereits einen großen Unterstützer gefunden zu haben. „Neben dem Sponsoring von Spitzenathleten darf man nicht vergessen, rechtzeitig auch Nachwuchstalente wie Lia zu fördern“, unterstreicht der bei AVIA fürs Sportmarketing verantwortliche Stephan Hauke.

So lebt Lia Böhme derzeit tatsächlich ihren Traum. Das Talent besitzt sie zum Skispringen. Einen Alpencup, eine internationale Jugendwettkampfserie, hat sie bereits begonnen. Am liebsten würde sie lieber heute als morgen auf eine Großschanze, die Weiten über 100 Meter zulässt, steigen. Deshalb muss sie der Papa ab und zu auch mal bremsen. Im Traum seiner Tochter spielt er übrigens eine gewichtige Rolle. Denn für Lia Böhme ist es der größte Wunsch, einmal bei Olympia zu starten – und zwar mit dem Papa als Vorspringer. Fast zu schön, um wahr zu sein.

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