Eisenbichler und Freitag melden sich im Weltcupzirkus zurück

Der Tross zieht weiter nach Zakopane. Karl Geiger bleibt auch nach dem Heimweltcup in Titisee-Neustadt der Gejagte im Gelben Trikot des Weltcupführenden. Was die Fans in Polen erwartet, schildert AVIA-Skisprungexperte Gerd Siegmund im Interview. Und er hat gute Nachrichten aus dem deutschen Lager im Gepäck.


AVIA: Hallo Gerd, was hat Dich in Titisee noch beeindruckt außer ein bärenstarker Doppelsieger von Dawid Kubacki?

Gerd Siegmund: Zum einen, wie gut die Schwarzwälder im Grünen eine Schanze präpariert haben. Zum anderen zeichnet sich ein Vierkampf um den Gesamtweltcup ab. Mit Geiger, Kraft, Kubacki und Kobayashi kommen die vier aus  vier Nationen. Das ist gut fürs Skispringen und spannend sowieso.

AVIA: Kubacki könnte vor den fanatischen Fans zuhause weiter aufholen. Siehst Du einen Heimvorteil?

Gerd Siegmund: In Titisee waren ja schon gefühlt die Hälfte der Zuschauer aus Polen. Was dann erst in Zakopane los sein wird, kann sich jeder ausmalen. Für die Polen ist der Teamwettbewerb am Samstag einer der wichtigsten Wettkämpfe des Winters. Der Druck wird also für Dawid Kubacki und Co. auch groß sein. Von der Schanzenkenntnis her - glaube ich - gibt es keine Vor- oder Nachteile. Zakopane ist allen Top-Springern gut bekannt.

AVIA: Könnte im Verlauf der Saison die Fähigkeit, sich schnell von Schanze zu Schanze umzustellen, ausschlaggebend sein?

Gerd Siegmund: Das ist sicher ein Fakt, und in Titisee-Neustadt kann ja im Sommer ohne Matten nicht trainiert werden. Man hat gesehen, Karl Geiger hat ein bisschen gebraucht, um die Schanze zu meistern.

AVIA: Bekommt er in Zakopane wieder zwei seiner Teamweltmeister-Kollegen an die Seite?

Gerd Siegmund: Ja, Richard Freitag und Markus Eisenbichler kehren in den Weltcup zurück. Markus wird vermutlich mit einer Schiene springen, um seine Hand zu schützen. Auch wenn das immer im Kopf ist, denke ich, er wird die Situation meistern. Bei Richard sollten wir noch keine Wunderdinge erwarten. Aber er hat in Zakopane schon sehr gute Weltcuperebnisse erreicht. Dieses gute Gefühl soll ihm die Rückkehr erleichtern.

AVIA: Richard Freitags Vereinsgefährte Martin Hamann erlebt aktuell auch eine schwierige Zeit. Wie siehst Du das?

Gerd Siegmund: Ja, das Wochenende mit den zwei Continental-Cups in Klingenthal war eines zum Vergessen. Er hat in der Vogtland-Arena ein bisschen mit dem Material experimentiert, das ging aber nach hinten los. Martin versucht jetzt, bei den COCs in Sapporo wieder in Form zu kommen.

AVIA: Dann drücken wir Martin mal fest die Daumen! 

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